Abschied von Bolivien

Nach Karneval blieb mir kaum laenger als eine Woche in La Paz... Das folgende Wochenende sollte schon mein letztes sein, da ich mir ein Busticket nach Lima fuer den darauffolgenden Freitag, 15.02. gekauft hatte. Da meine Freunde alle studieren oder arbeiten, lud ich sie schon am Samstag zu mir ein, damit wir danach noch weggehen konnten. Zum beinahe ersten Mal in meiner Bolivienzeit stellte ich mich in die Kueche und zauberte zur Feier des Tages ein 3-Gaenge-Menue - sollten sie mal sehen, dass ich nicht nur tanzen, sondern auch kochen kann Der Abend war total schoen, wenn auch ein bisschen sentimental... Das war der Auftakt zu einer ganzen Woche Abschied: am Sonntag tanzte ich zum letzten Mal mit der Salsagruppe, in der wir von Roberto seit Ende November zwei Mal die Woche in "rueda de casino" trainiert wurden. Das ist Salsa, aber mit mehreren Paaren im Kreis getanzt, wobei einer ansagt, welche Figuren getanzt werden (alle dann synchron) und es haeufige Partnerwechsel gibt. Mir hatten diese Treffen sehr viel Spass gemacht und ich habe wahnsinnig viel dabei gelernt. Am Montag verbrachte ich noch einen letzten Tag im GTZ-Buero, um letzte Schliffe an meiner Studie vorzunehmen. Nach einem insgesamt sehr positiven Feedbackgespraech mit meinem Chef, ueberraschte er mich mit einem Abschied, zu dem alle Kollegen sich bei Sekt, Wein und Haeppchen versammelten, um mich zu verabschieden - das kam total ueberraschend und war deshalb umso netter. Am Abend dann ein letztes Mal tanzen im "Sol y Luna" zu den Klaengen meiner Lieblings-Salsaband in La Paz - auf den Abend hatte ich mich immer schon die ganze Woche gefreut... Dienstag ein letzter Salsaabend im "Mongo´s" und Mittwochabend eine letzte regulaere Tanzstunde in meiner Tanzschule... Donnerstag (14.02.) war dann wirklich mein allerletzter Abend - und wie jeden Donnerstag gingen wir zum tanzen mit Livemusik ins "A lo Cubano", wo ich fuer diesen Abend aber einen grossen Tisch reserviert hatte. Der fuellte sich auch schnell und es wurde ein wirklich schoener Abend, an dem ich die meisten meiner Freunde nochmal sehen und mit vielen noch ein letztes Mal tanzen konnte. Wir blieben, bis wir rausgeschmissen wurden. Freitag hatte ich natuerlich doch noch Packstress, wie das immer so ist, auf den letzten Druecker... Morgens hatte ich mich schon traenenreich von Lore verabschiedet, die mittags nie von der Arbeit heimkommt. Adela, Lore und zwei gute Freunde von mir, Roberto und Clarita, kamen zum Mittagessen. Danach brachten die vier mich zum Busbahnhof, was an sich sehr schoen war - der Abschied war trotzdem schrecklich... Die Zeit in Bolivien war fuer mich wahnsinnig intensiv, wichtig und praegend und es fiel mir wirklich sehr, sehr schwer, die Stadt, meine Freunde und mein neues Leben dort hinter mir zu lassen. Aber wie sagte schon Hesse - Nun an denn, Herz, nimm Abschied und gesunde! Das, mein lieber Hermann, ist allerdings leichter gesagt, als getan...

12.3.08 19:50

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


matthias aus wien (16.3.08 16:25)
Klingt nach einer wunderbaren Zeit, die du in Bolivien verbracht hast.
Deinen Abschluss des Berichtes mit dem Satz von Hermann Hesse finde ich sehr schoen - und er hilft mir gerade sehr!
Bussi,
Matthias

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