bis in Boliviens feuchte Tropen

Am 04.01. ging es für Simon und mich also endlich los: 2 1/2 Wochen gemeinsame Reisezeit lagen vor uns - die geplante Route führte durch Bolivien und sollte in Arequipa, Peru enden, wo Simon das vergangene Semester über studiert hat.

 

Über Nacht mit dem Bus nach Cochabamba. Dort trafen wir Tina und Ronald, bei deren Familie ich auch während der Studienreise schon gewohnt hatte. Ronald hatte gerade Urlaub und war aus Deutschland zu Besuch gekommen. Am Samstag, dem 05.01. wurde sein Geburtstag gross gefeiert - im Gartenhaus mit anschliessendem Discobesuch (für die, die die 5-Liter-Flasche Whiskey vorher überlebt hatten...)! Ein lustiger Abend, der nur leider damit endete, dass mir mein Handy geklaut wurde, gerade in dem Moment, in dem ich ins Taxi steigen wollte...

 

Am nächsten Morgen ging es früh weiter gen Osten - in einer Tagesreise bis Santa Cruz. Die Strasse dorthin schlängelt sich an Berghängen immer weiter abwärts, wobei man den Wandel der Landschaft bis ins tropische mitverfolgen kann. Selbiges lässt sich auch von der Temperatur behaupten. Da wir in einem niegelnagelneuen Bus sassen, rechneten wir mit einer einwandfrei funktionierenden Klimaanlage - weit gefehlt! Es war gar keine eingebaut worden, die Lüftungslöcher nichts als Atrappe - die sich auf 37°C konstant haltende Innentemperatur überlebten wir nur knapp... In der grössten Stadt Boliviens fanden wir schnell ein grün überwuchertes Hostel, das auch zwei Tucane beheimatete, und endlich die erlösende Dusche.

Santa Cruz ist fast unerträglich feuchtheiss. Simon und mich hielt es dort nicht lange. Schon am nächsten Tag brachen wir mittags wieder auf. Unser nächstes Ziel: die Chiquitania, ein Gebiet im Nordosten von Santa Cruz, in dem sieben kleine Dörfer sich im 18. Jahrhundert um Jesuiten-Missionen gegründet hatten. In diesen Dörfern kann man heute die eindrucksvollen Gotteshäuser besichtigen, die sich durch eine ganz eigene Architektur auszeichnen - auch die umstehenden Häuser sind in ähnlichem Stil gebaut.

Nach einer mehrstündigen Fahrt in einem derart überfüllten kleinen Bus, dass man sich ständig fragte, wie lange das betagte Gefährt das unglaubliche Gewicht noch aushalten würde, kamen wir in San José an. Schnell lernten wir Luigi kennen, einen Römer, der seit sieben Jahren in dem Kaff wohnt und dort das einzige italienische Restaurant betreibt. Wir lernten von ihm, dass Rom die Hölle und San José das Paradies ist - nun denn, jedem das Seine   Mir wäre das bolivianische Dorf viel zu verschlafen - aber wenn man sein Leben lang morgens zwei Stunden gebraucht hat, um zur Arbeit zu kommen, sieht man das vermutlich anders...

 

Am nächsten Morgen weiter nach Concepción, dem nächsten Jesuitendörfchen. Die Kirche war schnell besichtigt und bewundert. Dann liehen Simon und ich uns Fahrräder und gedachten, der unglaublichen Hitze durch ein Bad im nahegelegenen Stausee zu entfliehen - wieder falsch gedacht! Das Wasser war so aufgeheizt, dass von Erfrischung kaum die Rede sein konnte. Aber die Fahrt mit dem Rad (wie lang war es her, dass ich das letzte Mal auf dem Sattel sass!) hatte sich auf jeden Fall gelohnt.

Am späten Nachmittag wieder in einen Bus steigen, um zurück nach Santa Cruz zu fahren. Dort kamen wir so spät an, dass sich die Hostelsuche mehr als schwierig gestaltete. Letztlich landeten wir in einer Unterkunft, die mit ihren krankenhausähnlichen Betten in winzigen Zimmern ohne Ventilator (!) weniger als "basic" war. Doch auch das überlebten wir und am nächsten Mittag ging es fröhlich weiter mit einer 18-Stunden-Busfahrt (die Busgesellschaft hatte von 10 Stunden Fahrt gesprochen, aber solchen Auskünften lernt man hier schnell, zu misstrauen) bis nach Sucre, um endlich die Hauptstadt kennenzulernen.

19.1.08 23:05

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