Hauptstadt ohne Hauptstadtflair und Besuch der alten Minen

Sucre - historisch bedeutungsschwerer Ort. Hier wurde 1825 die von Bolívar und Sucre erkämpfte Unabhängigkeitserklärung Boliviens unterschrieben. Nach einem der Befreier wurde die Stadt wenige Jahre später umbenannt.

Seither ist Sucre Boliviens Hauptstadt. Dass viele Leute - selbst aus den Nachbarländern - La Paz für die Hauptstadt halten, kommt nicht von ungefähr: Sucre ist eine niedliche kleine Stadt, die durchaus in Griechenland oder Italien liegen könnte. Sie zeichnet sich vor allem durch ihr historisch-koloniales Stadtzentrum aus, Hochhäuser gibt es keine, auch nicht in den weiter draussen gelegenen Vierteln. Mit seinen gut 200.000 Einwohnern kommt Sucre gegen die 1, 8 Mio. von La Paz und El Alto nicht an (die nicht zusammengehörenden Städte kann man in der Praxis als eine einzige Stadt ansehen, da sie ineinander übergehen). Ausserdem verlor Sucre nach regionalen Auseinandersetzungen Ende des 19. Jahrhunderts den Regierungssitz an La Paz. Das alles ist Grund dafür, dass La Paz hat, was Sucre fehlt: Haupstadtflair. Zur allgemeinen Fehlinformation trägt ausserdem bei, dass auf sämtlichen Karten La Paz als Hauptstadt verzeichnet ist - warum auch immer.

 

Trotz der 18 Stunden genossen Simon und ich schon die Hinfahrt sehr - wir hatten den besten Bus ever erwischt: es war zwar bei weitem nicht der modernste ABER er hatte keinen Fernseher, juhuu! Dazu muss erwähnt werden, dass in Bolivien und vermutlich Lateinamerika überhaupt in den Langstreckenbussen ununterbrochen die beklopptesten Filme der Welt laufen: voll von roher Gewalt und pausenlosem Gemetzel. Wir waren sehr froh, das eine Busfahrt lang mal nicht ertragen zu müssen...

In Sucre verbrachten wir zwei sehr gemütliche Tage. Besuchten u.a. die "Casa de la Libertad", wo die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung damals stattfand, das ethnologische Museum, schlenderten viel durch die engen Strassen und Gassen der "weissen Stadt Boliviens" (so genannt wegen der vielen weissen Häuser) und verbrachten einige Zeit in einem süssen Café auf einem Aussichtspunkt, der einen schönen Blick übers Städtchen gewährte.

 

Am 12.01. weiter nach Potosí - DER Minenstadt Boliviens. Nachdem der Reichtum des "cerro rico" ("reicher Berg", der im Hintergrund der Stadt liegt) 1624 von den Indigenen und 1625 von den Spaniern entdeckt wurde, entwickelte sich Potosí mit rasanter Geschwindigkeit zu einer der grössten und wichtigsten Städte der Welt. Kaum zu glauben, wenn man heute durch seine kleinen Gassen schlendert.

Man sagt, mit dem Silber, das in Potosí im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte gefördert wurde, könne man eine Brücke von Lateinamerika bis Spanien bauen - genauso wie mit den Knochen der vielen in den Minen zu Tode geschundenen Indigenen. Das mag nicht ganz der Wahrheit entsprechen, aber sicherlich die Relationen des von den Spaniern durch das Leid der anderen gewonnenen Reichtums wiedergeben. Das zeigt auch eine Besonderheit der zahlreichen Kirchen im Ort: sie werden unterschieden in solche indigenen und spanischen Ursprungs. Während die spanischen aus Dankbarkeit zum "cerro rico" hingewandt gebaut wurden, wenden die indigenen sich alle von ihm ab, da er ihnen nichts als Leid und Tod brachte.

 

Simon und ich machten eine geführte Tour durch eine der noch funktionierenden Minen mit.

Beeindruckend, wie auch unter Tage der starke Glaube an überirdische Wesen zum Ausdruck kommt: wir besuchten den "tio", eine wahnsinnige, grosse Steinfigur, zu dem die Minenarbeiter Kokablätter, Zigaretten und Alkohol (97% - wir mussten auch alle probieren) bringen, die sie dann einträchtig mit ihm teilen, auf dass er ihnen Glück bringe beim Auffinden der wertvollen Mineralien. Sie geben ihm was, er gibt ihnen was - eine Hand wäscht die andere.

Erschreckend, mit welch vorsintflutlichen Methoden dort noch heute gearbeitet wird - das einzige halbwegs moderne Gerät wird direkt dazu benutzt, den harten Fels zu zertrümmern, ansonsten kriecht man weiter durch niedrige Gänge und lässt sich bspw. 70 Meter tief per Hand auf einem Haken balancierend in die Tiefen des Berges abseilen. Im letzten Jahr starben im "cerro rico" "nur" 47 Leute. Reich wird heute niemand mehr, wenn es gut läuft, reicht die harte Arbeit für den täglichen Lebensbedarf.

 

Wieder viel gelernt über das schöne, aber schon so viel durchgelittene Bolivien.

Abends hatten wir in der lokalen Disco Spass mit den zahlreichen Argentiniern, die mit uns durch die Mine gekrochen waren. Wenn man die mit ihrem Genuschel bloss ein bisschen besser verstehen würde

 

Am nächsten Morgen setzten wir die Reise fort, nächstes Ziel: Uyuni - Ausgangspunkt für eine dreitägige Jeep-Tour durch die grösste Salzwüste der Welt und das Steinwüstengebiet im Südwesten Boliviens . Die Busfahrt nach Uyuni sollte deutlich länger dauern, als geplant....

20.1.08 15:10, kommentieren

bis in Boliviens feuchte Tropen

Am 04.01. ging es für Simon und mich also endlich los: 2 1/2 Wochen gemeinsame Reisezeit lagen vor uns - die geplante Route führte durch Bolivien und sollte in Arequipa, Peru enden, wo Simon das vergangene Semester über studiert hat.

 

Über Nacht mit dem Bus nach Cochabamba. Dort trafen wir Tina und Ronald, bei deren Familie ich auch während der Studienreise schon gewohnt hatte. Ronald hatte gerade Urlaub und war aus Deutschland zu Besuch gekommen. Am Samstag, dem 05.01. wurde sein Geburtstag gross gefeiert - im Gartenhaus mit anschliessendem Discobesuch (für die, die die 5-Liter-Flasche Whiskey vorher überlebt hatten...)! Ein lustiger Abend, der nur leider damit endete, dass mir mein Handy geklaut wurde, gerade in dem Moment, in dem ich ins Taxi steigen wollte...

 

Am nächsten Morgen ging es früh weiter gen Osten - in einer Tagesreise bis Santa Cruz. Die Strasse dorthin schlängelt sich an Berghängen immer weiter abwärts, wobei man den Wandel der Landschaft bis ins tropische mitverfolgen kann. Selbiges lässt sich auch von der Temperatur behaupten. Da wir in einem niegelnagelneuen Bus sassen, rechneten wir mit einer einwandfrei funktionierenden Klimaanlage - weit gefehlt! Es war gar keine eingebaut worden, die Lüftungslöcher nichts als Atrappe - die sich auf 37°C konstant haltende Innentemperatur überlebten wir nur knapp... In der grössten Stadt Boliviens fanden wir schnell ein grün überwuchertes Hostel, das auch zwei Tucane beheimatete, und endlich die erlösende Dusche.

Santa Cruz ist fast unerträglich feuchtheiss. Simon und mich hielt es dort nicht lange. Schon am nächsten Tag brachen wir mittags wieder auf. Unser nächstes Ziel: die Chiquitania, ein Gebiet im Nordosten von Santa Cruz, in dem sieben kleine Dörfer sich im 18. Jahrhundert um Jesuiten-Missionen gegründet hatten. In diesen Dörfern kann man heute die eindrucksvollen Gotteshäuser besichtigen, die sich durch eine ganz eigene Architektur auszeichnen - auch die umstehenden Häuser sind in ähnlichem Stil gebaut.

Nach einer mehrstündigen Fahrt in einem derart überfüllten kleinen Bus, dass man sich ständig fragte, wie lange das betagte Gefährt das unglaubliche Gewicht noch aushalten würde, kamen wir in San José an. Schnell lernten wir Luigi kennen, einen Römer, der seit sieben Jahren in dem Kaff wohnt und dort das einzige italienische Restaurant betreibt. Wir lernten von ihm, dass Rom die Hölle und San José das Paradies ist - nun denn, jedem das Seine   Mir wäre das bolivianische Dorf viel zu verschlafen - aber wenn man sein Leben lang morgens zwei Stunden gebraucht hat, um zur Arbeit zu kommen, sieht man das vermutlich anders...

 

Am nächsten Morgen weiter nach Concepción, dem nächsten Jesuitendörfchen. Die Kirche war schnell besichtigt und bewundert. Dann liehen Simon und ich uns Fahrräder und gedachten, der unglaublichen Hitze durch ein Bad im nahegelegenen Stausee zu entfliehen - wieder falsch gedacht! Das Wasser war so aufgeheizt, dass von Erfrischung kaum die Rede sein konnte. Aber die Fahrt mit dem Rad (wie lang war es her, dass ich das letzte Mal auf dem Sattel sass!) hatte sich auf jeden Fall gelohnt.

Am späten Nachmittag wieder in einen Bus steigen, um zurück nach Santa Cruz zu fahren. Dort kamen wir so spät an, dass sich die Hostelsuche mehr als schwierig gestaltete. Letztlich landeten wir in einer Unterkunft, die mit ihren krankenhausähnlichen Betten in winzigen Zimmern ohne Ventilator (!) weniger als "basic" war. Doch auch das überlebten wir und am nächsten Mittag ging es fröhlich weiter mit einer 18-Stunden-Busfahrt (die Busgesellschaft hatte von 10 Stunden Fahrt gesprochen, aber solchen Auskünften lernt man hier schnell, zu misstrauen) bis nach Sucre, um endlich die Hauptstadt kennenzulernen.

19.1.08 23:05, kommentieren

Weihnachten, Silvester und viel Stress

Weihnachten, navidad... Wochen vor dem grossen Fest: In allen Farben wild blinkende Lichterketten erhellen die Stadt, jede in ihrem eigenen Rhythmus, manche spielen dazu eine nervtötende Melodie, die nie abreisst.... Zwei Tage vor Weihnachten: der Weihnachtsmarkt (auf den ersten Blick als solcher nicht erkennbar, blaue und schwarze Plastikplanen nehmen jede Sicht auf die angebotene Ware) dehnt sich auf verschiedene Strassen aus, die abgesperrt wurden, um den Paceños (Bewohner von La Paz) die letzten Weihnachtseinkäufe in aller Ausführlichkeit zu ermöglichen.

Ich verfolge dasselbe Ziel, nehme von dem Trubel aber nur flüchtig Kenntnis, dann zieht es mich wieder ----- richtig, an den Schreibtisch..... Dem kaputtgegangenen Laptop war zwar nicht mehr zu helfen, aber die gtz hat mir fürsorglich gleich einen als Ersatz zur Verfügung gestellt, sodass ich weiterhin in meinem Zimmer arbeiten konnte (das Büro war geschlossen). Das war mir sehr lieb, da sich dort zum einen die nötigen Berge von Papier in einem nur mir geordnet erscheinenden Chaos stapelten und, zum anderen, der Blick über La Paz auch die dunkelsten Momente der Inspirationslosigkeit erhellen sollte.

Während der letzten Wochen des alten und der ersten Tage des neuen Jahres wich ich tatsächlich kaum von meinem Schreibtisch. Zwischen guten Schreibphasen und Verzweifelten Das-schaff-ich-nie-Anwandlungen waren mir das tägliche Mittagessen Zuhause mit Adela und Lore, sowie diverse Besuche in einem Café an der Plaza, um Koffeein zu tanken, angenehme Zerstreuungen. Die Bedienung ging dazu über, sobald ich eintrat, nur noch zu fragen: "Dasselbe wie immer?" Joa, Cappuccino mit doppeltem Espresso weckt den müden Geist

ABER DANN kam tatsächlich Heiligabend! Von dem angedachten Besuch eines evangelischen Gottesdienst auf deutsch hatte ich schliesslich doch Abstand genommen und erlebte dafür einfach die weihnachtlichen Rituale meiner kleinen bolivianischen familia.

 

Ab acht Uhr abends begannen die Vorbereitungen in der Küche, gegen 22.30h begab man sich dann langsam in die Dusche, um sich hinterher richtig schick zu machen. Adela, Lore und ich setzten uns halbwegs aufgetakelt ins Wohnzimmer ans wild blinkende Plastikbäumchen, das überraschend geschmackvoll geschmückt schon seit ein paar Wochen in seiner Ecke stand. Stilvoll wartend mit chilenischem Rotwein im Glas, zählten wir den Countdown im Radio mit, der uns tatsächlich auf die Sekunde genau auf die Geburt Christi um 24h anstiessen liess. Wenige Minuten später kamen Gustavo, Adelas Sohn, mit seiner Familie zu uns rauf (sie wohnen im selben Hochhaus), um uns alles Gute zu wünschen und die Geschenke zu verteilen. Das verlief dann weniger besinnlich - zu Merengue-rhythmen aus dem weiterlaufenden Radio wurden die Geschenke möglichst alle gleichzeitig aufgerissen. Dann Verabschiedung - und zu dritt endlich das grosse Fressen! Vielfältig und köstlich! Es war ein schöner Abend und ich musste Weihnachten in Deutschland dann doch gar nicht so sehr vermissen, wie ich befürchtet hatte...

 

Am 29.12. kam Simon in La Paz an! Zum Glück brachte er gleich noch ein paar Freunde aus Arequipa mit, sodass sie sich zusammen die Stadt angucken konnten, während ich mich weiter dem Schreiben widmete. Eigentlich wollte ich spätestens zu seinem Geburtstag am 31.12. fertig sein - es sollte der 04.01. werden..

 

Aber egal, Simons Geburtstag wurde trotzdem gebührend gefeiert! Morgens mit einem üppigen Überraschungsfrühstück bei uns Zuhause (die deutsche Bäckerei um die Ecke tat das Ihrige dazu) und abends mit einer grossen Party im "Mongos", einer netten Bar ganz in meiner Nähe. Wir trafen (fast) alle in Bolivien notwendigen Vorkehrungen, um im neuen Jahr mit ganz viel Glück, Liebe, Geld und all den anderen schönen Dinge beschert zu werden: trugen den ganzen Abend schicke rote Unterwäsche (auch die Jungs!), steckten uns reichlich Geldscheine in die Schuhe, die nach dem zwölften Glockenschlag rausgeholt und gezählt wurden, ach ja, zwischen dem ersten und dem zwölften Schlag stopften wir uns zwölf Weintrauben in den Mund, verbunden mit zwölf Wünschen fürs neue Jahr - gar nicht so leicht, das alles so schnell auf die Reihe zu kriegen! Eigentlich hätten wir noch jeder einen Koffer mitnehmen müssen, um ihn um zwölf um die nächste Ecke zu tragen - um im neuen Jahr viel zu reisen und eine Treppe hochrennen, damit im neuen Jahr alles nur bergauf geht.... Verrückte, schöne, traditionsreiche Welt!

 

In diesem Sinne euch allen noch ein frohes neues Jahr!!!!!!!

1 Kommentar 10.1.08 15:14, kommentieren

Nach der Reise ist vor der Reise oder birthday in between

Ende Oktober bis 13.11. war ich also drei Wochen lang für meine Studie unterwegs.  Die Idee war, drei der vier „fundaciones“ zu besuchen, also Büros, die die „Projekte angewandter Agrartechnologie“ (Hauptbestandteil des Systems, das die Studie beschreiben soll) koordinieren.
Mein erstes Reiseziel war Santa Cruz – im tropischen Osten gelegen die grösste Stadt Boliviens, in deren Nähe sich die fundación befindet, die für die feuchten Tropen zuständig ist. In jeder fundación hielt ich mich drei bis vier Arbeitstage auf. Die Besuche beinhalteten in der Regel Interviews mit Mitarbeitern dieser Verwaltungseinheiten, Einsicht in mir wichtig erscheinende Dokumente und Besuche von einzelnen Projekten, um mir einen Eindruck von der Arbeit dort zu verschaffen und mit einigen der Projektteilnehmer sprechen zu können – die Fotos vermitteln vielleicht einen kleinen Eindruck von der Vielfalt der Projekte: da gibt es z.B. Projekte, in denen den Bauern beigebracht wird, wie sie ihr Zuckerrohr besser vor Krankheiten schützen können, andere in denen erklärt wird, dass Schweinefleisch nicht besser wird, wenn die Schweinchen rumlaufen, wo es ihnen gefällt und fressen, was ihnen vor den Rüssel kommt, sondern man ihnen in intensiver Haltung ausgewogene Ernährung servieren sollte oder solche, in denen zunächst verschiedene neue Zwiebelarten ausprobiert werden, um letztlich eine rentablere Sorte anbauen zu können.
In Santa Cruz war ich abends ein paar Mal tanzen, ansonsten hat die Stadt meiner Meinung nach nicht besonders viel zu bieten. Ausserdem hat mir das feuchtheisse Klima dort nach den kühlen Höhen von La Paz doch ziemlich zu schaffen gemacht...

Diesbezüglich wurde es auch nicht besser: mein nächstes Ziel hiess Yacuiba, Grenzstadt zu Argentinien – also ganz im Süden des Landes gelegen in der Ökoregion Chaco. Der Chaco ist ziemlich gross und umfasst Teile Boliviens, Argentiniens und Paraguay. Ein ganz eigenes Naturphänomen dieser Region sollte ich bald kennenlernen: die Südwinde, die urplötzlich vom Süden Argentiniens über die flache Ebene bis in den Chaco hinaufwehen können und im Handumdrehen für einen totalen Wetterumschwung sorgen. In den ersten Tagen bin ich in Yacuiba vor Hitze fast eingegangen, es waren über 40°C im Schatten – bis ich eines morgens aufwachte, es regnete und ich wieder meine dicke Jacke rausholen musste, weil das Thermometer nur noch knappe 10°C anzeigte... Das fand ich wirklich unbegreiflich.


 In Yacuiba hatte ich eine echt nette Zeit. Zum einen habe ich mich mit einer der Kolleginnen der fundación angefreundet, zum anderen hatte ich in La Paz Walter kennengelernt, der ursprünglich aus Yacuiba kommt und dort gerade bei seiner Familie zu Besuch war. Dadurch konnte ich auch den „Dia de todos los Santos“ (Allerheiligen) mit Familienanschluss verbringen, was wirklich schön war. Allerheiligen ist hier ein sehr wichtiger Feiertag, der in der Familie begangen wird. Man bäckt Zuhause tagelang süsse Teilchen, die man später auf dem Friedhof an betende Kinder verteilt. Zuhause wird eine Art Altar aufgebaut mit Fotos der verstorbenen Verwandten, deren Lieblingsspeisen und –getränke zubereitet und zu den Fotos gestellt werden. Dasselbe passiert zum Teil auch auf dem Friedhof selbst. Der Friedhof ist jedenfalls überfüllt mit Menschen, die Floristik läuft auf Hochkonjunktur und es fliesst viel Alkohol... Ich mit Walters Familie mittendrin. Abends haben sie mich ins Elternhaus eingeladen: dort waren schon acht der neun Geschwister plus Anhang versammelt, die Stimmung ausgelassen, es kreisten Matetee und ein Glas Rotwein, das sich nie zu leeren schien – mit der einbrechenden Dunkelheit wurde die Gitarre hervorgeholt und der Abend gehörte der chacarera, traditioneller Musik, es wurde viel gesungen und getanzt. Ein wirklich toller Tag!
Als nächstes ging es nach Camiri, einer winzigen Stadt, ebenfalls im Chaco gelegen. Dort befindet sich ein regionales gtz-Büro, in dem gerade Workshops mit Projektteilnehmern des SIBTA durchgeführt wurden, die für mich sehr interessant waren. Camiri konnte mich nicht wirklich begeistern, zumal ich erstmal mit einer wirklich schlimmen Erkältung darniederlag.
Ein paar Tage später konnte ich glücklicherweise nach Cochabamba aufbrechen, der dritten wichtigen Stadt Boliviens, die genau zwischen La Paz und Santa Cruz liegt und sich durch ein ausgesprochen angenehmes, beinahe mediterranes Klima (allein, es fehlt die Nähe zum Meer) auszeichnet. Dort konnte ich netterweise bei den Eltern von Ronald bzw. den Schwiegereltern von Tina (Freunde aus Passau) wohnen, die dort auch gerade ein Praktikum macht. In der Familie hab ich mich sehr wohl gefühlt und es genossen, mich nach der sterilen Hotelatmosphäre wieder irgendwo Zuhause fühlen zu können. In „Cocha“, wie die Cochabambinos liebevoll sagen, war ich viel mit Tina und Juanca (einer meiner Mitbewohner in Passau) unterwegs, der auch gerade dort weilt. Das war ein schöner Abschluss dieser Reise!
Am 13.11. ging es zurück nach La Paz, pünktlich um in meinen Geburtstag reinzufeiern J. Das haben wir dann auch gebührend getan: ich war mit ein paar Freunden (meine Mittagessen-connection, bestehend aus Tobi und Simone und meiner Salsaclique) bis ganz schön spät im Mongos, sehr nett. Der 14.11. selbst war ja ein ganz normaler Arbeitstag. Aber auch ganz nett: ich hab im Büro eine Runde salteñas geschmissen (das sind mit einem so sossigen Fleisch-Gemüse-Brei gefüllte Teigtaschen, dass man sich als Anfänger unweigerlich das ganze Hemd bekleckert) und wurde mit Ständchen auf spanisch und spanglish und einem eindrucksvollen Blumenstrauss bedacht.

Nach der Arbeit begannen wir Zuhause mit den Vorbereitungen für den Abend. Mit Adela und Lore (Mitbewohnerinnen) habe ich „masaco“, ein typisches bolivianisches Gericht zubereitet, deren Hauptzutaten fritierte Kochbananen und getrocknetes Rindfleisch sind, alles im riesigen Mörser zerkleinert. Mit viel Verspätung trudelten irgendwann die Gäste ein. War ein ganz gemütlicher Abend, klassisch mit Kerze ausblasen und Sekt und so.  Als die Leute gegen Mitternacht gingen, hab ich mich doch nicht zurückhalten können und noch andere Freunde zum tanzen getroffen.

Das Arbeiten am nächsten Tag fiel dann ein bisschen schwer...
Aber halb so schlimm, denn ab dem 16.11. hatte ich die mir zustehenden sechs Urlaubstage genommen und konnte entspannen. Nach nur drei Tagen in La Paz (Fazit: drei mal abends tanzen gewesen, insgesamt nicht mehr als 7 Stunden geschlafen) ging es also schon weiter.
Ziel: Machu Picchu. Aber schon der Weg war das Ziel – Simon (meine Sandkastenliebe ;-)) und ich hatten uns ausgemacht, zusammen den „camino Salkantay“ zu wandern – das hiess in fünf Tagen zum Machu Picchu laufen.
Simon, Jörg (ein Freund von Simon) und ich trafen uns am Freitag in Puno, auf der peruanischen Seite des Titicacasees. Von dort ging es am nächsten Tag mit einem gemütlichen Bummelzug nach Cusco – DEM Ausgangspunkt für die Hunderttausenden gringos, die jedes Jahr zu den Ruinen der alten Inkastadt pilgern.
Sonntag hatten wir ein bisschen Zeit, uns Cusco anzuschauen und Montag ging es in aller Hergottsfrühe los: um 4.30h holte uns unser guide am Hostel ab, um uns zu einem Treffpunkt zu bringen, von wo aus wir in einem grossen Bus zum Ausgangspunkt der Wanderung gelangen sollten, der etwa drei Fahrtstunden von Cusco entfernt lag. Doch schon nach kurzer Zeit brach der Bus zusammen und es passierte eine ganze Zeitlang gar nichts. Irgendwann kam ein Minibus (etwas grösserer VW-Bus) an, in den wir uns mit – sage und schreibe – 21 Leuten zwängten, das komplette Gepäck auf dem Dach, da konnte einem auf der schmalen Bergstrasse schon ein bisschen mulmig werden....
Die Tour war genial. Ich hatte zunächst die Befürchtung, dass mir die Gruppe zu gross ist – letztlich war es aber total ok, weil beim wandern eh jeder sein eigenes Tempo hat und die Gruppe sich insofern den Tag über immer stark aufsplittet. Und abends war es sehr nett mit all den Leuten, ein bunt gemischter Haufen – von der hawaiianischen Hochzeitsfotografin über den brasilianischen Chemiker bis zum norwegischen Informatiker waren alle möglichen interessanten Leute dabei.
Das Ganze war schon eine Luxustour: wenn wir abends im Camp ankamen, waren unsere Zelte bereits aufgebaut, die schweren Rucksäcke (die von Maultieren getragen wurden) lagen bereit und aus dem Kochzelt duftete es bereits nach Essen.  Das war schon ganz angenehm...

Der „camino Salkantay“ gilt als Alternative zum „camino del Inka“, auf dem die Wanderung nur drei Tage dauert und der wahnsinnig überlaufen sein muss.  Ich fand den Salkantay super – innerhalb der fünf Tage sind wir verschiedenste Klima- und Temperaturzonen durchlaufen, sind am zweiten Tag auf 4.600m aufgestiegen, wo wir noch Alpacamützen trugen und gefroren haben, während uns nur einen Tag später in den Tropen nur so die Sosse runterlief.  Ausserdem gabs ein paar nette heisse Thermen auf dem Weg, die ideale Entspannung nach einem Wandertag...

Am fünften Tag haben wir um 4.30h morgens von unserer letzten Übernachtungsstätte aus den finalen Aufstieg zum Machu Picchu begonnen – das hiess gefühlte 5.000 Treppenstufen innerhalb von 1 ½ Stunden, immer im Wettlauf mit der Zeit, um möglichst noch vor dem ersten Touribus oben zu sein. Hat leider nicht ganz geklappt, aber wir waren immerhin unter den ersten 100 Besuchern oder so.

Die Anstrengungen haben sich mehr als gelohnt: der Machu Picchu ist wirklich Wahnsinn! Ich war sehr beeindruckt. Zum einen ist das Stadtgelände wirklich riesig und allein für sich schon beeindruckend, zum anderen ist die Kulisse gigantisch – seht selbst auf den Fotos. Besonders mysthisch war es durch die Wolken, die sich in den frühen Morgenstunden durch die geschichtsträchtigen Ruinen zogen...

Die Reisen waren toll, aber genauso sehr freue ich mich jetzt, endlich mal eine längere Zeit am Stück im schönen La Paz zu sein. Der Arbeitsalltag hat mich natürlich auch wieder, aber ich verbringe schöne Abende mit Freunden, meist beim tanzen und ich hatte an den beiden vergangenen Wochenenden sehr nette Besuche.  Erst war Jörg hier, der auch den Salkantay mitgelaufen ist und am Wochenende danach die Tina aus Cochabamba. Mit beiden hab ich viel unternommen und eine schöne Zeit gehabt.
Was ist sonst noch passiert? Anfang vergangener Woche hatten wir so eine Art Jahrestreffen / Weihnachtsfeier vom PROAGRO, dem Programm der gtz in dem ich mein Praktikum mache. Zwei Tage in einem ziemlich schicken Hotel in den Yungas, das ist eine tropische Region, nur drei Busstunden von La Paz entfernt und schlappe 2.000 Höhenmeter tiefer gelegen. Über 60 Leute waren wir aus fünf verschiedenen Büros.  Programm: Gruppendynamik- und wie-verbessern-wir-unsere-Kommunikation?-Workshops, was lustig und wirklich gut war und am letzten Abend eine Talentshow, bei der jedes Büro etwas präsentieren musste. Dazu eine kleine Vorgeschichte:
Vor zwei Wochen etwa wurde ich in den Konferenzsaal bei uns im Büro gerufen, ich wusste nicht, was los ist – als ich reinkam, schallte mir afrobolivianische Musik entgegen und mein Chef und alle meine Kollegen waren in ihren Anzügen schon voll dabei, die entsprechende Choreographie zu tanzen... Ein Bild für die Götter! Die sind ja auch fast alle keine 30 mehr...
Unser Büro hat also Saya, den afrobolivianischen Tanz, komplett traditionell gekleidet aufgeführt, was ziemlich lustig war und ich hab mit einem Kollegen, der Tanzlehrer ist, noch eine kleine Salsa-Präsi gemacht. Die Party danach ging bis in die frühen Morgenstunden, super Stimmung – es war wirklich nett, meinen Chef und die Kollegen mal von einer ganz anderen Seite kennenzulernen.
Hier weihnachtet es offensichtlich sehr: zumindest prangt überall kitschigster Weihnachtsschmuck. Das ist aber auch das einzigste, was mich hier nicht vergessen lässt, dass Weihnachten quasi vor der Tür steht. Das Wetter ist wie eh und jeh, im Moment ziemlich wechselhaft. Bei mir steht vor allem im Vordergrund, dass mein Praktikumsvertrag bis 31. Dezember geht und ich vermutlich auch die volle Zeit brauchen werde, um meine Studie fertigzustellen. Deshalb ist nicht viel mit weihnachtlicher Gemütlichkeit! Heiligabend werde ich mit Adela, Lore und ihrer Familie (insgesamt sind wir dann acht) hier Zuhause am künstlich blinkenden Plastikbaum verbringen. Hab mir vorgenommen, noch ein paar Plätzchen zu backen, damit es doch ein bisschen wie mein gewohntes Weihnachten ist ;-)
Es wird bestimmt ganz nett mit ihnen, bin gespannt, was sie so machen.

Und ich schmiede weitere Reisepläne..... Kurz vor Silvester kommt Simon mit ein paar Freunden nach La Paz, sodass wir hier zusammen feiern und danach wollen wir uns knapp drei Wochen lang Bolivien zusammen ein bisschen anschauen und Arequipa in Peru, wo Simon gerade sein Auslandssemester macht – da war ich auch noch gar nicht. Ende Januar komm ich dann nochmal für eine Zeit nach La Paz und Karneval wird in Oruro gefeiert! Oruro ist drei Busstunden von La Paz entfernt, auch im Hochland und dort soll es den grössten und besten Karneval Boliviens geben mit den meisten Tänzern, der tollsten Musik und den meisten Betrunkenen  Das erzählt man mir zumindest, seitdem ich vor 2 ½ Monaten angekommen bin, weshalb ich mir diese fiesta auf keinen Fall entgehen lassen kann. Ich hab das Glück, dass ein Freund von mir dort Familie hat, bei der wir wohnen können, denn die Hostels und Hotels sind wohl schon Monate vorher ausgebucht.


 Und dann... Ich hatte ja ursprünglich vorgehabt, noch ein zweites Praktikum irgendwo in Latinoamérica zu machen. Aber das Reisefieber hat mich gepackt! So habe ich jetzt beschlossen, einfach zu reisen, bis es im April zurück nach Niederbayern geht. Bezüglich der Route ist mein Plan kein Plan, das wird sich in den nächsten Wochen noch rauskristallisieren, mein Rückflug geht jedenfalls Anfang April von Ciudad de México...

 

zu den Fotos: hab ziemlich viele hochgeladen, also fröhlich durchklicken...

 

 

1 Kommentar 18.12.07 13:58, kommentieren

dekadent ODER Bolivien für Europäer

¡Mis queridos!
Jetzt hab ich mich aber ne ganze Weile rar gemacht.
La Paz…………. Bolivien, so wie man es sich vorstellt: das andine Bolivien, La Paz selbst liegt ja in einem Talkessel, von meinem Zimmer aus sehe ich auf allen Seiten die Häuschen die Berge hinaufkriechen.  Die Bevölkerung sehr indigen geprägt, überall verkaufen die indigenen “cholitas” mit ihren ausladenden Faltenröcken und den runden schwarzen Hüten auf dem Kopf (wobei  ich mich immer frage, wie sie es schaffen, die auszubalancieren….) an den Strassen Obst, Paranüsse, Taschentücher, “maraquecas”, das beste Brot von ganz La Paz, das man in Bäckereien gar nicht bekommt, sondern nur auf der Strasse kaufen kann und allerlei selbstgegrilltes Fleisch, das man als gemeiner Europäer mit empfindlichem Magen lieber meiden solte – meist mindestens ein kleines süsses Kind dabei, das bei der verkaufenden Mamá ausharrt…
La Paz, das ist auch ein einziges Verkehrschaos. Praktiken, die man in Deutschland lieber nicht ausprobiert: immer gerade die Spur nehmen, die am freiesten erscheint, überholen, sobald sich irgendwo eine Lücke auftut und wenn man an eine Kreuzung kommt, einfach weiterfahren, hupen und davon ausgehen, dass man erhört wird.... Eine überwältigende Vielfalt an öffentlichen Verkehrsmitteln: da gibt es Micros, die normalgrossen, uralten Busse, deren Tür während der Fahrt nur selten geschlossen wird, dann Minis, das sind grosse, mittlere oder sehr kleine VW-Busse, die sehr geschickt ausgebaut sind, sodass erstaunlich viele Leute reinpassen – vollgestopft aber, sodass, wenn jemand von hinten aussteigen will, erstmal die halbe Besatzung auf die Strasse und dann wieder schnell zurück ins Gefährt muss.  Das ist aber wohlgeübt und spielt sich innerhalb weniger Sekunden ab.  Ein- und ausgestiegen wird an jeder Ecke, die gewünscht ist.  Man arbeitet zu zweit: neben dem Fahrer gibt es jemanden, der sich während der Fahrt die ganze Zeit aus dem Fenster hängt und die verbleibende Route rausbrüllt, um Fahrkunden anzuwerben.  Drinnen sitzen Geschäftsmänner mit ihren Laptoptaschen neben Cholitas mit zwei Kindern auf dem Schoss, man wird beschallt von nicht abklingender, eintöniger Cumbia-Musik und in manchen Minis erinnern bunt blinkende Lichter rundherum ans noch vor einem liegende Nachtleben.  Dritte Variante: Trufis. Sehen aus wie Taxis, sind aber keine Taxis.  Sie fahren ebenfalls bestimmte Routen ab und sind zu identifizieren an den bunten Pappschildern an der Windschutzscheibe, die die Fahrtziele angeben.  Richtige Taxis gibts natürlich auch! Da gilt es, genau zu unterscheiden zwischen den Guten und den Bösen – die Bösen sind nach der Meinung eines Taxifahrers, der mich neulich nach Hause gebracht hat, immer Peruaner und bringen Touristen um.  Soviel zu Vorurteilen in Bolivien.

La Paz ist reiner geographischer Wahnsinn, so ein Hoch und Runter kann es in keiner anderen Stadt geben…. Wenn man die Höhe nicht so gewöhnt ist, kommt man bei jeder kleinen Erhebung aus der Puste. Von einigen Punkten der Stadt aus hat man einen tollen Blick auf den Illimani – mit über 6.000 Metern der höchste Berg Boliviens, von ewigem Eis bedeckt.  Ja, das sagt man so schön! Laut den neuesten Klimaprognosen war´s das in 50 Jahren schon mit Eis auf dem Illimani. Klimawandel live.
In den letzten Wochen hat Bolivien gebrannt. Hat man davon in Deutschland überhaupt was mitbekommen? In 6 Departamentos (es gibt insgesamt 9) war der Ausnahmezustand ausgerufen,
Von vielen Flughäfen konnten über eine Woche lang keine Maschinen starten, weil der Rauch die Sicht nahm, der Blick auf jegliche Berge war auch in La Paz getrübt. Grund dafür sind meist die Anbaumethoden vieler Kleinbauern, die sich durch Abbrennen kleinerer Flächen neues Ackerland schaffen, was aber oft in grössere Brände ausartet. Mittlerweile sind die Feuer aber unter Kontrolle.
Dafür brennt es politisch an allen Ecken und Enden…. Die Republik Bolivien brodelt.  Ab und zu taucht das Wort Bürgerkrieg auf, um dann gleich wieder zu verschwinden. Demokratische Strukturen straucheln, beispielsweise wenn der sozialistische Präsident Evo Morales das neue Rentengesetz per Regierungsdekret im Alleingang einführt, weil er damit rechnet, dass die Opposition mit ihrer durchaus destruktiven Blockadepolitik so oder so dagegen gestimmt hätte.  Im Stadtzentrum gibt es jede Woche Demonstrationen, für oder gegen unglaublich viele Dinge. Sehr aktuell ist gerade die Diskussion um den Regierungssitz. Sucre, die Hauptstadt (nein, es ist nicht La Paz, das ist wie Bonn und Berlin dereinst) fordert, dass der Regierungssitz in die Hauptstadt gehört und sonst nirgendwohin.  La Paz und Evo sind dagegen.  So wird hier wie dort fleissig mobilisiert. Polarisierter könnte ein Land kaum sein.  Evo fordert als erster indigener Präsident die Rechte der Indigenen nein, auf denen solange rumgetrampelt worden sei.  Damit hat er Recht, scheint aber dabei zu vergessen, dass es im wirtschaftlich starken Süden des Landes auch noch andere Interessen gilt, die es als Präsident der Republik zu berücksichtigen gibt.

Die Radikalität seiner Regierung spiegelt sich auch in meiner Arbeit hier wieder.  Meine Aufgabe ist, e seine abschliessende evaluative und vergleichende Studie zu erstellen über das SIBTA (Bolivianisches System für Arartechnologietransfer).  Es wurde im Jahr 2000 von der damaligen Regierung ins Leben gerufen, um durch individuelle Beratung von Kleinbauern im geeigneten Rahmen deren Produktion und folglich ihr Einkommen zu steigern.  Ausserordentlich viele ausländische Kooperationen unterstützen dieses System, u.a. eben auch die deutsche.  Evos Augen sehen aber die ausländische Entwicklungszusammenarbeit an sich schon sehr kritisch. Ausserdem ist das System von der vorherigen Regierung und Evo macht jetzt einfach ein neues und natürlich ein besseres.  So wird die langjährige Erfahrung des SIBTA einfach auf den Müll geschmissen…. Schön blöd! 
Aber so komme ich jetzt mal zu meinem Praktikum! Die ersten Tage hatte ich nicht wirklich was zu tun, da mein Chef oberbusy war und keine Zeit für ein richtiges einführendes Gespräch hatte.  Am Freitag der ersten Woche kamen wir dann endlich dazu. Haben – wie eben erwähnt  – nochmal festgemacht, dass ich diese abschliessende Studie über das SIBTA verfassen soll.  Vor allem soll ich die Auswirkungen der Beratungen genau untersuchen und die Arbeit der vier verschiedenen koordinierenden Fundaciones, die nach den vier grossen klimatisch-geographischen Regionen Boliviens (der trockene Chaco im Südosten, die feuchten Tropen im Norden und Nordosten, das andine Altiplano im Westen und Südwesten, und die Valles, also der Übergang von den Anden zum Flachland in der Landesmitte) aufgeteilt sind, miteinander vergleichen.  Welche Aspekte ich genau in die Studie einarbeite und wie ich dabei vorgehe, bleibt weitgehend mir selbst überlassen.  Das lässt mir zum einen viel Freiheit und ermöglicht mir selbständiges und kreatives Arbeiten, zum anderen ist gerade das auch gar nicht so leicht, wenn man vorher noch nie eine evaluative Studie erstellt hat.  Habe mich daraufhin viel eingelesen und bin schon ein bisschen schlauer und dabei, mir eine Art Vorgehensplan zu erstellen, ist aber nicht so einfach, weil das System an sich schon wahnsinnig komplex aufgebaut ist.  Manchmal sehe ich kein Land mehr, wenn ich mich durch Texte wie Vereinbarungen mit der bolivianischen Regierung oder bisherige Evaluationen unabhängiger Gutachter quäle und mich dabei mit irrwitzigem spanischem Fachjargon und unzähligen Abkürzungen rumschlage…. Dann wieder bin ich froh, dass mir damit als Praktikantin doch ziemlich viel zugetraut wird und ich eine richtige langfristige Aufgabe mit einem klaren Ziel und Sinn habe.  Was das Praktikum angeht, also ein Gefühlsauf- und ab….
Mein Arbeitstag beginnt morgens um halb neun, Mittagspause von 13-14.30h und dann stramm durch bis um sechs offiziell.  Da meine Kollegen aber eigentlich alle später gehen und ich auch genug zu tun habe, geh ich auch meistens erst um halb sieben, sieben.  Ganz schön anstrengend so ein Bürotag…. Zumal ich im Büro an einer Stelle sitze, wo kein richtiges Fenster ist, sondern nur eine milchige Glasscheibe – das heisst, es kommt zwar Tageslicht rein, ich kann aber nicht rausgucken und nur erahnen, ob das Wetter gut oder schlecht ist :-(  In der Mittagspause treff ich mich meistens mit Tobi (aus Passau) und Simone (auch ne Deutsche, alle 3 Praktikanten hier) und manchmal noch ein, zwei anderen, je nachdem.  Das ist total nett und gut zum abschalten!
Noch mehr Kontrastprogramm dann meist nach Feierabend: Nach 9 Stunden sitzen sehne ich mich nach Bewegung und gehe an vielen Abenden tanzen! Montags und Mittwochs mache ich regulär Salsatanzstunde in einem wunderschönen alten Saal mit alten, abgetanzten Holzdielen im Hotel Torino, im alten Zentrum, in unmittelbarer Nähe des Regierungspalasts.  Schon nach der zweiten Stunde bin ich mit dem Tanzlehrer und Freunden von ihm in eine Salsabar gegangen, wo wir richtig getanzt haben…  Seitdem gehe ich abends öfter mit ihnen irgendwo tanzen.  Ausserdem nehme ich seit letzter Woche ab und zu Privatstunden bei Roberto, dem Tanzlehrer (könnte ich mir in Deutschland natürlich nie leisten – das muss ich ausnutzen :-)) – da dann der Saal nicht frei ist, tanzen wir auf meiner Dachterasse, über den Dächern von La Paz mit seinen tausend Lichtern vorm Nachthimmel im Hintergrund…… sehr dekadent!!!

Sowieso lebe ich hier eigentlich unglaublich dekadent – jeden Mittag essen gehen, wo gibts denn sowas??? Aber wenn das 4-Gänge-Menü nur 1,60 Euro kostet, kann man dagegen als Europäer nichts sagen.. Bolivien ist wahnsinnig günstig, wenn man an Preise in Euro gewöhnt ist.
Dekadent auch mein Praktikum – wurde vom Chef erstmal mit einem niegelnagelneuen Firmenlaptop ausgestattet und darin eingewiesen, wie man die Kostenrückerstattungsformulare ausfüllt.  Die hab ich auch schon gebraucht, denn Dienstag ging es in aller Früh im Flugzeug zu Verhandlungen über ein neues Abkommen mit der Regierung des Departamento Tarija im Süden Boliviens.  Mein Chef hatte gefragt, ob ich nicht mitkommen will, weil es auch um neue Projekte im Bereich des Agrartechnologietransfers gehen sollte.  War ganz interessant, solchen Verhandlungen zu folgen.  Bei der Gelegenheit konnte ich auch meine ersten Interviews mit ein paar Regierungsmitarbeitern führen, die auch mit dem SIBTA zu tun haben/hatten.
Sowieso krieg ich hier Einblicke in mir ganz neue Bereiche – zum einen überhaupt in deutsche Entwicklungszusammenarbeit und wie das so abläuft, zum anderen in so Themen wie eben kleinbäuerliche Beratung oder Katastrophenrisikomanagement, dazu habe ich in der ersten Woche an einem mehrtägigen Workshop mit Teilnehmern aus den verschiedenen Andenländern teilgenommen. Da gings dann um Themen wie wie man die Bevölkerung möglichst effektiv vor Gefahren wie Überschwemmungen, Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Erosion etc. schützt.
Meine Kollegen sind alle ganz nett, aber es macht jeder ziemlich sein eigenes Ding und man ist beschäftigt.  Es sind ca. 1/3 Deutsche und 2/3 Bolivianer, sodas doch nicht soviel Deutsch im Büro gesprochen wird, wie ich befürchtet hatte.  Die Studie soll ich auch auf Spanisch verfassen.  Auf dem Klo steht Raumduftspray mit der Duftrichtung “Erdbeeren mit Sahne”, was manche Kollegen anscheinend exzessiv benutzen, sowas gehört irgendwie nicht aufs Klo…. kkkkkkkkkkk
Also, insgesamt eigentlich alles ganz gut – mal abgesehen davon, dass meine Aufgabe mich gerade etwas stresst…

Und jetzt hab ich immer noch nicht von unserer 2-Tagestour zum Titicacasee geschrieben!!

Zwei Wochen ist die Tour jetzt schon her.  Ich bin mit Tobi und Simone aus Deutschland und einem ganzen Haufen Bolivianer des hiesigen andinen Trekkingclubs gefahren.  Habs total genossen, ein bisschen raus aus der Stadt und rein in die Natur zu kommen. Die Busfahrt dauerte (wie so oft) länger als gedacht: erstmal aus La Paz´ Talkessel raus und durch El Alto, die grosse Stadt, die gleich an La Paz angrenzt, aber komplett auf der flachen Hochebene liegt. Nach ca. 2 1/2 Stunden mussten wir mit dem Bus über eine schmale Stelle im See übersetzen, um dann noch ein Stück weiterzufahren bis Copacabana (da der Zuckerhut an Rios Strand so ähnlich aussieht, wie der Hügel rechts von Copacabana am Titicacasee, heisst Brasiliens bekanntester Strand auch so, wer hätte das gedacht).  Ganz niedlicher, aber wahnsinnig touristischer Ort. Von dort gings auf einer wunderschönen Bootstour zur Isla del Sol. Leider hatten wir dort dann nur sehr wenig Zeit, haben einmal übernachtet und halt zwei kleine Wandertouren gemacht - sehr klein. Mir war das ein bisschen zu wenig, aber die Hinfahrt hatte halt auch länger gedauert, als geplant.  Die Insel hat mir sehr gut gefallen. Total ruhig, eine Wohltat nach dem alltäglichen Chaos in der Stadt des Friedens. Der See strahlt mit seinem tiefen blau noch mehr Ruhe aus, am Horizont fällt es manchen schwer, Wolken von der schneebedeckten Gebirgskette zu unterscheiden...  Aber auch hier stapelten sich ab mittags irgendwann die Touris.....

Endlich gibts auch neue Fotos auf dem Link rechts!

Ich bin total glücklich hier in La Paz! Die Stadt gefällt mir supergut, ich fühle mich wohl hier.  Schade ist nur, dass ich unter der Woche nicht viel von ihr habe, mal abgesehen vom Nachtleben , das nutze ich dafür nicht zu knapp!

Daniel und Alex sind jetzt leider schon wieder in Deutschland - aber ich habe ein paar Freunde von ihnen kennenlernen können, mit denen ich jetzt auch noch manchmal was mache.

Jetzt ist es schon spät und ich muss schnell los - heute abend ist ein departamentaler Salsawettkampf, das kann ich mir nicht entgehen lassen!

Ich hoffe, euch gehts allen seeeeeeeeehr gut!! Lasst mal von euch hören! Auch wenn ich hier muy feliz bin, fehlt ihr mir immer, amiguitos!!!

besitos besitos besitos

2 Kommentare 20.10.07 02:17, kommentieren

LAPAZLAPAZLAPAZ erste Praktiwoche

Schon ueber eine Woche La Paz! Nach und nach lerne ich die Stadt ein bisschen kennen, geographisch eigentlich der reine Wahnsinn - irrsinnig huegelig bis bergig. Offiziell sind ueber 70% der Stadt nicht zur Bebauung geeignet, was so ziemlich den Haengen entspricht, an denen sich auf allen Seiten der Stadt die illegalen Viertel hinaufziehen aus einfachen Ziegelsteinen gebaut.

Die Gegend, in der ich wohne ist hingegen wirklich schoen. Ich fuehle mich in der Stadt total wohl! Hab mit Adela, Lore und Ale, mit denen ich zusammenwohne auch ne super ZuhauseBasis - ist die perfekte Mischung aus Familie und WG. Sie bringen mir viel Bolivien nah und sind ueberhaupt total suess. Wenn ich um 18 Uhr von der Arbeit nach Hause komme, sitzen sie meistens bei einer Mischung aus Nachmittagstee und Abendbrot und dann wird erstmal erzaehlt, sehr nett. Und von meinem Zimmer hab ich ja schon erzaehlt - also, ich komme richtig gerne nach Hause!

Dafuer bin ich eigentlich wenig Zuhause seitdem ich hier bin -

auf der Reise von der Grenze nach La Paz hatte ich ja Daniel und Alex kennengelernt, mit den beiden war ich dann gleich am ersten Abend weg. Uau, das war ein erster Abend.... Freunde von ihnen haben gefeiert, wir waren nach einer Bar noch tanzen. Lustiges Phaenomen hier: da um 4 Uhr morgens alles schon schliessen muss, gibt es Bars, die es eigentlich gar nicht gibt. Also versteckte Bars, hinter nicht sichtbaren Tueren. Wir sind in eine gegangen, da musste man erst in eine Garage, von da durch eine extrem unauffaellige Tuer in einen schmalen Gang, woraufhin man hinter der Theke rauskam, um dann nach vorne in den eigentlichen Barbereich zu kommen - verrueckt! Zum Ritual scheint zu gehoeren, dass irgenwann mal die Polizei vorbeikommt, dann wird die Musik ausgedreht, das Licht ausgemacht und alle muessen ein paar Minuten lang extrem leise sein, bevor die Party weitergeht - echt abgedreht...

Ansonsten mache ich ziemlich viel mit Tobi, auch einem Passauer, wie sollte es anders sein ;-), war auch mal mit Lore und Freunden von ihr abends weg und Montag ging ja auch schon mein Praktikum los! Davon schreib ich das naechste Mal, gleich macht hier das Internetcafé dicht.

Mit dem Spanisch klappts immer besser! Die Bolivianer nuscheln ja zum Glueck auch nicht so wie die Argentinier :-) Ich verstehe jetzt eigentlich schon alles, nur beim Sprechen ist das Portugiesisch doch manchmal noch zu praesent...

Und ich tanze, tanze, tanze!! Hab schon einen Salsakurs aufgetan - macht Spaaaaaaasssssssssssssssss! Und naechste Woche gehts mit Tango weiter - man kann hier auch eigentlich jeden Abend irgendwo Salsa tanzen gehen.

Morgen fahre ich mit Tobi und Simone, noch einer anderen deutschen und einem ganzen Haufen Bolivianer des oertlichen andinen Trekkingclubs zur Isla del Sol im Titicacasee, freu mich schon auf Natur - bleiben bis Sonntag.

Meld mich bald wieder! besitos besitos

3 Kommentare 6.10.07 04:16, kommentieren

Fruehling in der Provinz, Abenteuer Reise und aufregend Neues

Bei Nora in Santiago del Estero war es sehr schoen! Ich bin sehr froh, diesen Zwischenstop noch gemacht zu haben, nachdem ich kurz ueberlegt hatte, von Buenos Aires nach La Paz durchzufahren - so konnte ich noch ein ganz anderes Argentinien kennenlernen als das der Hauptstadt. Mit dem Bus lange Abschnitte durch menschenleere Pampa, dann in Santiago del Estero Gemaechlichkeit: dort wird die siesta noch in Ehren gehalten (zwischen 13 und 17 Uhr bleiben die Laeden geschlossen, nur wenige verirren sich auf die Strasse), Pferdekutschen auf der Strasse sind keine Seltenheit und die Armut wohnt gleich nebenan, nicht wie in Buenos Aires weitab vom Stadtzentrum. Nora hat mir viel von der Stadt gezeigt und mich noch ueber einige argentinische Eigenheiten aufgeklaert. Wenn man es sich mit einem Argentinier nicht verderben will, sollte man ihn besser nicht mit kritischem Unterton auf Evita Perón oder den verlorenen Krieg um die Malvinas (Falklandinseln) ansprechen... Und in den Koepfen der Argentinier teilt sich ihr Land in Buenos Aires und den Rest des Landes auf. In Santiago ist Tango verpoent, Folklore ist alles. Mit Nora war ich bei einem Folklore-Tanzkurs, das war sehr interessant!

Sehr frueh am Mittwochmorgen hab ich meine Reise fortgesetzt. Zunaechst mit dem Bus nach La Quiaca, einer Grenzstadt, dort wollte ich ueber die Grenze und in Villazon, der sich nahtlos anschliessenden bolivianischen Stadt einen Zug nehmen - da der nur einmal am Tag faehrt, hab ich mir nicht allzu grosse Hoffnungen gemacht. Die letzten Stunden bis La Quiaca waren wahnsinnig schoen - sehr abwechslungsreiche Landschaft, mal schroff zerklueftete rote Felsen, mal mit gelb verblichenem Gras bewachsene endlose Berglandschaft, dann Felsen, deren Farben zwischen tuerkis und feuerrot variierten, hab mich ein bisschen an Island erinnert gefuehlt... Und viele ausgetrocknete Flusslaeufe, zunehmend loesten Lamas und Alpacas die Rinderherden ab.

Ab Oruro hatte ich dann mit der Hoehe und der duennen Luft zu kaempfen: drueckende Kopfschmerzen, trockene Lippen, Nase und Haut im Allgemeinen, Unwohlfuehlen. Der Bolivianer an sich empfiehlt Kokatee, hat auch schon geholfen :-)

Wie ein Wunder hatte der Bus nur leichte Verspaetung, sodass ich problemlos den Zug nach Oruro (Bolivien) gekriegt habe. An der Grenze hab ich Alex und Daniel, ein Deutscher und ein Bolivianer, kennengelernt, wir sind dann zusammen weitergereist, was sehr nett war und die lange Zugfahrt sehr viel kurzweiliger gemacht hat! 16 Stunden sassen wir in dem Bummelzug, mir hat die Reise sehr gut gefallen - angenehmer als so lange im Bus zu sitzen und schoener vom Ausblick her. Besonders schoen war es, als nachts die Lichter im Zug ausgeschaltet wurden, sodass ich bei hellstem Mondschein hinaus in Berge und zunehmend wuestenaehnlichere Landschaft schauen konnte, bis der Zug mich in den Schlaf schaukelte...

Morgens umsteigen in Oruro, wir haben einen Bus gekriegt, der sofort nach La Paz losfuhr. Fahrt durch absolute Einoede - Altiplano, Boliviens Hochebene im Nordwesten. Immer mal wieder Lehmhaeuser und Indigene in ihren traditionellen Trachten, Alpaca-Herden, ab und zu eine kleine Ortschaft - alles extrem spartanisch, die wenigsten Haeuser sind aus richtigen Ziegelsteinen gebaut, geschweigedenn verputzt. Die kalten Naechte spuert man sicherlich, als wenn keine Wand vorhanden waere...

Nach knapp drei Stunden fuhr der Bus in El Alto ein, eine Stadt, die fast nahtlos in La Paz uebergeht. Wie der Name schon sagt, liegt sie hoeher als La Paz, man faehrt dann noch ca 350 m tiefer und hat dabei einen Wahnsinnsblick auf die ganze Stadt! La Paz liegt in einem Tal, zieht sich aber auf allen Seiten die Berge hinauf.

Und hier wohne ich jetzt! Netterweise wurde ich von Adela abeholt, eine Bolivianerin Ende 40, bei der ich ein Zimmer gemietet habe. Wir wohnen dort zu viert: Adela, Lorena (ihre 29-Jaehrige Tochter) und Alejandra, auch eine Bolivianerin, die in La Paz arbeitet. Adela hab ich noch nicht kennegelernt, aber die anderen beiden sind schon mal super nett! Die Wohnung liegt in Sopocachi, einem Viertel im Zentrum, in dem auch die meisten Bars und Discos sind, nur wenige Bloecke von der gtz enfernt, also optimal gelegen! Ausserdem im 18. Stock, mein Zimmer ist ausreichend gross, davor eine Fensterfront und ein Balkon mit unglaublichem Blick ueber weite Teile der Stadt - es ist Wahnsinn, mit soviel Komfort haette ich fuer die geringe Miete nicht gerechnet...

Bin heute schon ein bisschen durchs Zentrum gelaufen und hab das Gefuehl, dass ich mich hier wohlfuehlen kann!

Jetzt muss ich schnell los, treff mich mit Alex und Daniel, um das Nachtleben unsicher zu machen!

Bald mehr von mir aus diesem faszinierenden Land!

1 Kommentar 28.9.07 03:58, kommentieren